Brasilien, Rio de Janeiro, Canta Galo, 2002, Foto: Eloah Alves
Brasilien, Rio de Janeiro, Canta Galo, 2002, Foto: Eloah Alves

Seit Beginn seiner fotografischen Arbeit im Jahr 1977 sind Porträts von Menschen der Schwerpunkt der fotografischen Arbeit von Christof Krackhardt.

 

Rolf Nobel, seit 2000 Hochschulprofessor  in Hannover,  Gründer des Lumix Fotofestival für jungen Fotojournalismus, das gemeinsam mit der Fotografenorganisation Freelens alle zwei Jahre veranstaltet wird zur Porträtausstellung "Menschen des veröffentlichten Lebens": „Ich habe lange überlegt, wie ich die Fotos von Christof Krackhardt am besten charakterisieren könnte. Als Fotojournalist und Hochschullehrer spielt die Frage nach der objektiven Wahrheit häufig eine Rolle in der Diskussion, gerade mit jungen Menschen voller Ideale. Ich selbst habe mich schon lange von dem Glauben an eine objektive Wahrheit im Journalismus verabschiedet, für mich gibt es bestenfalls die Wahrheit des Fotografen. Und das ist das größte Kompliment, das ich Christof Krackhardt machen kann: Seine Porträts machen auf mich den Eindruck der Wahrhaftigkeit. Auch wenn sie in der Flüchtigkeit einer kurzen Begegnung entstanden sind oder während eines Gespräches, wo die Aufmerksamkeit der Porträtierten eigentlich dem fragenden Journalisten galt. Vielleicht aber auch gerade deshalb? Außerdem sind Christof Krackhardts Bilder auf angenehme Weise uneitel. Hier ordnet sich ein Fotograf dem Gesicht und der Mimik des Abgebildeten unter, versucht nicht, mit der Larmoyanz stilistischem Blendwerks den Bildern eine besondere Ästhetik überzukleistern. Sie sind auf angenehme Weise klassisch und gerade. Ich mag das ... In ihrem Charakter erinnern sie mich ein wenig an die späteren Portraits von Hugo Erfurth, in denen er den Porträtierten kein Beiwerk mehr gab, sondern sich nur noch auf das Gesicht beschränkte ... Wie bei Erfurth, so sind auch Christof Krackhardts Fotos sehr, sehr nahe dran. Und das ist nicht nur räumlich gemeint. 'Er geht mit der Kamera heran an die Mechanik und die Haut der Züge', schreibt Jörg Boström in seinem Vorwort zu Krackhardts Buch. Und er fährt fort: 'Man weicht eher zurück bei seinen Porträts. Zu nah.' Boström nennt das sehr treffend 'porentief nah'. Die Größe der hier hängenden Prints betont diese Nähe noch. Aber vielleicht ist es gerade dieses Unterschreiten der visuellen Fluchtdistanz: Mit dieser Nähe erreicht der Fotograf, dass uns die Abgebildeten mehr als nur visuell nahe kommen. Und das empfinde ich, gerade bei 'Menschen des veröffentlichten Lebens', als eine große Qualität.“

 

 

 

Jörg Boström, Professor im Bereich Intermedia/Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld  im Fachbereich Gestaltung: „Immer wieder entsteht beim Betrachten seiner Fotografien der Eindruck, man sei dabei. Besucher. Mehr als das. Oft so etwas wieTeil der Familie. Krackhardts Bilder haben einen Einstieg ins Private. Er will Teil der menschlichen Gesellschaft sein, die er mit der Kamera besucht. Er signalisiert nicht das Fremde des Anderen, das schwer Verständliche und kaum Erreichbare. Er gestaltet Nähe. Insgesamt haben die Fotografien von Christof Krackhardt etwas Ernsthaftes, fast Religiöses. Einen schwermütigen Hauch von Humanität.“


Studium, Beruf

1977 – 1981 Fachhochschule, Jugend – und Erwachsenenbildung, Medienpädagogik

1982 – 1983 Diplom : Fotografie in der Konflikt – und Friedenspädagogik

1984 – 1985 Staatliche Anerkennung zum Diplom Sozialpädagogen

1986 – 1991 Mitarbeiter im Bundestag, Pressearbeit für die GRÜNEN

1991 – 1993 Deutsche Akademie für Public Relations (DAPR), Wiesbaden

1993 – 1994 Öffentlichkeitsarbeit für AGFA / Leverkusen, RTL Köln

1994 – 2002 Arbeit als freier Fotograf in Köln, „Express“, Dumont Schauberg

2003 – 2013 Arbeit als freier Fotograf für NGO´s weltweit

 

 

Ausstellungen, Projekte

1982 – 1984 Fotodoku über „Die großtechnisch bedingte Transformation einer Landschaft“ (Auftragsarbeit

der GHK – Gesamthochschule Kassel zum Bau der Schnellbahntrasse Hannover Würzburg)

1983 „Club Voltaire“ Frankfurt „Der unheimliche Frieden“ Fotos, Collagen, Frottagen

1984 – 1990 „Die Militarisierung einer Region“ Plakatausstellung, „Der Krieg beginnt in den Köpfen“ Wanderausstellung

1991 – 1992 Projekt für das Bundesumweltamt: „Ernährung und Umwelt“

1993 – 1995 „StattAnzeiger“ – Alternatives Kultur Projekt für Osthessen

1997 – 1998 „Edisca“ – Ballet – Fotoprojekt in Fortaleza, Brasilien

2002 – 2003 „Der Kampf um die Küste“ – Fischerei und Bodenspekulation in Brasilien (gefördert durch die VG Bild- Kunst)

2003 – 2004 Ausstellung in St. Theodor, Köln , Brasilienporträts

2004 – 2007 Kalenderprojekte für den Fairen Handel / fairtrade media

2005 – 2013 Fotoprojekte für „Brot für die Welt“ in Afrika, Asien, Südamerika

2008 – 2010 Austellungen zum organischen Landbau, weltweit, auf der Biofach /Nürnberg

2007 – 2010 „Menschen des veröffentlichten Lebens“ Buchprojekt und Porträt – Ausstellung, St. Theodor,Köln, Vonderau-Museum Fulda, Maritim Köln (Internationale Fotoszene Köln)

2012 Fotoprojekte für IMO und Bio Stiftung Schweiz in Ostafrika

2011 – 2013 „Ölbiographien“ - Wanderausstellung für die AG Tschad

2013 Fotografie für das „Hope Theatre“ - Projekt Nairobi / Stuttgart

2015 – 2016 Ausstellungsprojekt und Installation zum Lutherjahr

2017 "Reformation und eine Welt" – "Ich bin Leben, das Leben will" – Fulda / Hanau

2017 Ausstellung – "Die Schätze Borneos – Wir brauchen den Wald zum Leben" – Haus der Begegnung / Ulm